Als Erzählung werden nach einem allgemeinen Verständnis
sämtliche Texte der Epik bezeichnet und demnach alle Werke, welche sich
durch einen Erzähler auszeichnen (vgl. Erzählperspektive) und sich insofern vom Drama und der Lyrik abgrenzen lassen. Zumeist werden epische Texte in Prosa verfasst, auch wenn es Beispiele gibt, die auf Versen beruhen. Folglich ist die Erzählung dann ein Oberbegriff für Romane, Novellen, Kurzgeschichten, Anekdoten, Märchen etc. Im Speziellen ist mit dem Begriff aber eine ganz bestimmte Gattung
gemeint, deren Merkmale allerdings nicht eindeutig zu benennen sind.
Als wesentlich gilt, dass es sich um eine eher kurze Geschichte handelt,
die zumeist eine klare Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss
aufweist sowie eine überschaubare Handlung zeigt, wodurch sie sich vom
verschachtelten Roman abgrenzt, wobei sie nicht die scharfen Kriterien
von Novellen und Kurzgeschichten erfüllt. Der Handlungsverlauf wird
meist aus einer Erzählperspektive und chronologisch erzählt. Rückblenden werden eher durch Erinnerungen oder Briefe realisiert.